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Freitag, 22. august 2008 5 22 /08 /2008 00:36

allerdings eines der etwas anderen Art. Da wurde doch tatsächlich ein Pferd gedopt. Und das auch noch im deutschen Springreiter-Team. Die Geschichte wiederholt sich für das deutsche Team. War nicht schon in Athen 2004 ein gedoptes Pferd Medaillengewinner? Ich finde es doch etwas heftig und eigentlich gehört meiner Meinung nach derjenige, der hierfür verantwortlich ist (im Normalfall der Reiter), bestraft. Sollen die Sportler sich doch Dopen, mit Drogen vollpumpen...egal. Mir wurscht. Es ist deren Körper, deren Gesundheit, deren Geilheit auf eine Medaille. Aber bei Tieren sieht doch die Sache etwas anders aus. Ein Mensch, der so etwas zulässt oder veranlasst, vergreift sich ja nicht an seiner eigenen Gesundheit, seinen eigenen Körper. Dieses Tier ist nur mittel zum Zweck (nämlich eine Medaille abzuräumen) und der Zweck heiligt die Mittel. Oder wie war das?

von booby - veröffentlicht in: Sport
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Donnerstag, 21. august 2008 4 21 /08 /2008 23:20

dieser Blog von Madame Federkiel. Ich komme nicht drum herum und muß ihn unbedingt hier empfehlen. Habe mir heute mal die Zeit genommen, ein bisschen in den anderen Blogs zu stöbern und zu lesen. Es ist wirklich viel interessantes dabei. Aber der "Klar-Text"-Blog ist für mich persönlich das i-Tüpfelchen. Ich habe viel gelacht. Spritzige Schreibweise gepaart mit jeder Menge Humor. Es lohnt sich auf alle Fälle in ihren Blog vorbeizuschauen. Hut ab, Madame Federkiel.

von booby - veröffentlicht in: Unterhaltung
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Donnerstag, 21. august 2008 4 21 /08 /2008 11:25

Auch heute ist der ganz normale Wahnsinn kaum zu überbieten. Es ist gerade 11.00 Uhr vormittags und ich hatte schon wieder 2 Erlebnisse, die mich wieder haben spüren lassen ich ziehe die Sch..ße anscheinend magisch an. Warum das so ist kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich weil ich von jeher eine kleine Revoluzzerin war. Heute um 9.00 klingelte das Telefon. Die nette, für mich die 4. zuständige Sachbearbeiten bei der ARGE, rief mich endlich an. Wie ich mir schon dachte, es fehlen Unterlagen - die ich zwar eingereicht habe - jedoch im Zuge der "Umstrukturierung im Hause" wahrscheinlich verloren gegangen sind. Ok, also wieder Unterlagen wälzen, Kopien machen, vorbei bringen. Aber das ist nicht das eigentlich Thema. Denn dieser Artikel soll sich ja mit Kinderfeindlichkeit befassen. Und ihr könnt mir glauben - ich werde tagtäglich damit konfrontiert.

Ich fuhr mit meinen Kindern ohne weitere Verzögerung sofort los. Wir standen massiv unter Zeitdruck, denn mein Sohn hatte um 9.15 einen Termin mit seiner Logopädin. Natürlich kamen wir zu spät. Nach dem Termin beschloß ich meinen Sohn heute mal nicht in den KIGA zu bringen, sondern seine Brille endlich richten zu lassen, die ihm zu ständig vom Gesicht fiel. Wir fuhren also zum Einkaufszentrum, welches sich in der Nähe der Logopädin befindet und gingen dort zum Optiker. Vor dem Einkaufszentrum befindet sich eine Fußgängerzone, parkähnlich angelegt, mit einem Brunnen in der Mitte der Zone. Da das Wetter heute ja schön ist, saßen wir noch draussen und die Kinder aßen eine Brezel. Als meine Tochter fertig war, warf sie ein Taschentuch auf den Boden. Ich bat sie, diesen aufzuheben und in den gegenüber stehenden Mülleimer (ca. 50 m) zu werfen. Meine Tochter bückte sich, hob das Taschentuch auf, und fetzte los. Da kam ein älteres Pärchen gelaufen und direkt auf meine Tochter zu. Als sie mit meiner Tochter fast zusammenstiessen fingen sie an zu zetern und zu meckern. Das wäre ja schon wieder typisch. Keiner nimmt auf die älteren Menschen mehr Rücksicht. Warum die Göre (das sagten die tatsächlich) nicht stehenbleiben oder ausweichen könne. Und dann sagte die Frau noch: "Aber wehe du rennst das Biest um, dann kriegst du Streß mit der Mutter und kannst obendrein froh sein, keine Anzeige zu kriegen". Hallo? Soll ich da ruhig sitzen? Mag sein, dass einige Personen dann die Ruhe weg haben und sich denken, sollen sie doch labern. Sorry, ich bin geplatzt. Und erkärte der Frau, daß sie schon jetzt gerne Streß haben könne, weil sie meine Tochter als Göre und Biest betitelt habe. Auch Kinder hätten Rechte und man könne ja auch von älteren Mitmenschen etwas Rücksicht für ein 2 Jahre altes Kind erwarten. Zudem sei die Fußgängerzone ja groß genug und sie hätten ja auch ausweichen können. Die Zwei liefen weiter und regten sich über meine Unverschämtheit auf. 

Naja, also bitte, wenn schon Redefreiheit, dann bitte schön auch für jeden, oder?

von booby - veröffentlicht in: Kinder
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Donnerstag, 21. august 2008 4 21 /08 /2008 01:08

denen muß man Zucht und Ordnung lehren. Genau das waren die Worte, die ich heute von einem älteren Herren hörte. Mir blieb die Zunge im Hals stecken. Es waren weniger die Worte, die mich fassungslos machten, sondern tatsächlich die die Art wie er alles betonte und mit welchem Hass er dies sagte. Was ihn dazu bewegt hat? An sich eine ganz banale Geschichte........

Ich wohne in einer Wohnanlage mit Zufahrtsweg, Parkplätzen, Rasenfläche und Spielplatz. Der Zufahrtsweg ist eigentlich eine Sackgasse. Eine Schranke verhindert das Befahren des Innenweges, wo sich auch der Spielplatz befindet. Gegenüber der Schranke, auf der anderen Strassenseite, befindet sich ein Feuerwehrzugang, dann ein langer Blumenkasten mit entsprechender Bepflanzung (ca. 2,5 m), danach wieder ein Feuerwehrzugang. Beide Feuerwehrzugänge sind mit Haltverbotszeichen versehen, mit Pfeilen in beiden Richtungen. Vor der ersten Feuerwehrzufahrt stand schon lägenere Zeit ein Porsche Carrera. Ein schwarzer Civic fuhr gerade den Zufahrtsweg entlang und parkte direkt vor der zweiten Feuerwehrzufahrt. Ein junger Mann stieg aus und lief auf die Schranke zu, als ein VW Bus anfuhr und wie wild anfing zu hupen. Der Fahrer vom Civic drehte sich um, sah dass der VW-Bus drehte und ging weiter. Keine zwei Minuten später kam der Fahrer vom VW-Bus und fing an mit seiner Digi-Kamera Bilder vom parkenden Auto zu machen. Natürlich übersah er dabei den Porsche. Er ärgerte sich laut über den Civic und das dieses doch ein Wendehammer sei (nun, so ganz stimmt es nicht) und dieses Auto da störe. In dem Moment kam ein älterer Herr und sagte zu dem fotografierenden Mitmenschen, er würde sofort wegfahren. Aha, dachte ich...dies ist also der Porsche-Fahrer. Der andere, immer noch mit seiner Cam beschäftigt, sagte, er rege sich nur über den Civic auf, der störe ihn beim Wenden (hä? der bus ist eh zu gross, er muss ja sowieso ein paar mal vor- und zurückfahren). Nun, ich dachte mir es wird spannend und höre weiter zu. Der fotografierfreudige Nachbar erzählte noch er würde Anzeige erstatten, als plötzlich der ältere Mann, vor seinem Prol-Auto stehend, brüllte es wären ja immer nur die Ausländer, die stören würden und man müsste diesen Menschen Zucht und Ordnung lehren. Ich dachte ich höre nicht richtig. Und wie, bitte schön, konnte er wissen, dass dieser Mann ein Ausländer ist? Der Porsche-Fahrer war doch gar nicht da, als der Civic parkte. Oder sah er alles zufällig aus eine der Wohnungen und rannte raus, als er einen Verrückten mit der Kamera sah? Während ich noch überlegte, ob und was ich sagen sollte, ließ der mit der Cam auch noch verlauten, dass man ja auch noch aufpassen müsse, deren Kinder nicht zu überfahren. Okay, dachte ich, Ausländer sind scheisse, aber die Kinder von denen sind unantastbar....was ist mit deutschen Kindern? Ich hörte mich sagen, "was ist mit unseren Kindern?" "Naja, auf die muss man natürlich auch aufpassen, so wäre das nicht gemeint gewesen", so der mit der Digi-Kam. "Aber wenn die anderen hier nicht immer rumrennen würden, müssten wir nicht aufpassen", so der Alte und wiederholte sein Mist mit Zucht und Ordnung. Ich explodierte. Ich konnte nicht anders. Was dachte der sich eigentlich? Wie verhielt er sich den mit seinem Porsche? Willste Zucht und Ordnung dann lebe dieses doch erst mal vor und parke dein Shit-Auto nicht gerade vor der Feuerwehrzufahrt. Ich sagte also..."Wissen Sie was, es mag schon was daran sein, dass einigen von uns Ausländern Zucht und Ordnung fehlt. Dafür können wir gut Verkehrsschilder lesen. Sie stehen nämlich direkt vor einem Haltverbot-Schild, und zwar schon länger. Sie blockieren im übrigen auch eine Feuerwehrzufahrt. Oder ist dieses Schild nur für Ausländer gedacht?" Dem Mann fiel die Kinnlade runter, murmelte etwas in seinen Schnauzer, stieg in seinen Porsche und brauste los. Der andere lief mit seiner Digi in der Hand an mir vorbei und verschwand ins Haus. Ich drehte mich um und ging mit meiner Tochter auf den Spielplatz. Da schaukelten 2 Kinder und unterhielten sich darüber, was man sich brechen könnte, wenn man vom Balkon aus dem ersten Stock springt (beide 7J alt). Das Mädchen sagte, es könne eigentlich nicht viel passieren, so hoch sei es doch gar nicht. Woraufhin der Junge antwortete: "Das sagen die Scheiß-Ausländer auch immer und dann brechen sie sich die Beine".

Wie traurig, dachte ich nur...und sah den Jungen vor mir in 60 Jahren in einem Porsche sitzen..........

von booby - veröffentlicht in: Alltag
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Sonntag, 17. august 2008 7 17 /08 /2008 01:15

Ich weiß...ist schon alt. Aber ich finde es trotzdem noch genial - und mal ehrlich - es ist schon was Wahres dran :-) Und manchmal bemitleide ich meine Kinder sogar, denn sie werden nie so unbeschwert aufwachsen können wie ich es tat.

Wenn du als Kind in den 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass du so lange überleben konntest!

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit dem Bleichmittel.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.

Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei! Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst.

Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern?

Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.

Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick.

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.

Wir hatten Freunde!!!
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu denen Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns...

Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer.

Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken.

Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!

So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.

Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen!

Und DU gehörst auch dazu?!?

Herzlichen Glückwunsch !!!

geb. nach 1980 = So, jetzt wisst ihr Warmduscher das auch ;-)

geb. vor 1980 = WIR WAREN HELDEN!!!!!!!!!!!!!!

von booby - veröffentlicht in: Kinder
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Samstag, 16. august 2008 6 16 /08 /2008 23:33

Da ich schon immer in der Reisebranche gearbeitet habe und ich das Reisen liebe, blättere ich mitunter sehr gern in Touristikmagazinen und stöbere in etlichen Reiseportalen. Eine besonders exzentrische Hotel-Neueröffnung ist mir letzte Woche aufgefallen. Heute habe ich erneut einen Artikel über dieses "Hotel" gelesen und mich tatsächlich mal gefragt, nach dem ständigen Regen, ob das Hotel noch "intakt" ist.

Dennoch möchte ich Euch dieses, meiner Meinung nach, super "Marketing-Konzept" nicht vorenthalten
.

HOTEL AM STRAND

Ein Bett im Sandschloss

My home is my sandcastle: In Südengland hat das erste reine Sandhotel der Welt eröffnet. Von dem einzigen Raum des burgähnlichen Gebildes haben die Gäste exzellente Sicht auf den Ärmelkanal - bis zum nächsten Regen.

London - Und am Morgen schwappt die Flut durch das Tor: Das erste reine Sandhotel der Welt hat am Strand der südenglischen Grafschaft Dorset seine Pforten geöffnet. Mit ganzen zehn Pfund (13 Euro) pro Nacht sei es trotz der Top-Lage am Weymouth Beach eine der preiswertesten Unterkünfte dieses Sommers, berichtete der Sender BBC in der vergangenen Woche. Das einzige Zimmer des vergänglichen Schlosses bietet ein Doppel- und ein großes Einzelbett.

 

Allerdings müssen Gäste einige Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen. Nach einer Nacht im Sandbett könnten feine Körnchen überall am Körper und besonders zwischen den Zehen Kribbelerscheinungen auslösen, warnte Mark Anderson, der Schöpfer des Sandhotels. Zudem gebe es keine Toiletten. Und der nächste kräftige Regen könne rasch zur Abkürzung des Hotelaufenthalts führen, denn ein Dach habe der Sandbau auch nicht, der dafür aber freien Ausblick auf den Nachthimmel biete.

 

Insgesamt haben Anderson und drei Helfer für das 50 Quadratmeter große Sandhotel 1000 Tonnen des feinen Naturbaustoffs bewegt und geformt. Die Bauzeit betrug sieben Tage mit jeweils 14 Arbeitsstunden. Mit der Aktion soll auch gefeiert werden, dass wieder mehr Briten Urlaub an eigenen Stränden machen. Eine Ursache dafür ist freilich die Schwäche des Pfundes im Euro-Land.

 

abl/dpa
(Quelle: Spiegel)

von booby - veröffentlicht in: Urlaub
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Mittwoch, 13. august 2008 3 13 /08 /2008 12:25

Schon mal was von Kisspeptin gehört? Nein? Ich auch nicht. Bis ich letzte Woche in einem Artikel über das Wort stolperte. Irgendwie finde ich, hört es sich nach einer Kunstdroge an. Tatsächlich ist es ein Protein, der eine sehr zentrale Aufgabe in der Pubertät übernimmt. Kisspeptin soll nämlich Eierstöcke und Hoden mit Hormonen versorgen. Dieses Protein ist also mit Schuld daran, dass sich unsere lieben kleinen Töchter in kichernde, glucksende, tobende Zicken und unsere Söhne in an-die-hoden-fassende, rauchende, wildpubertierende Kerle verwandeln. Es wird mir schlagartig klar: noch ein paar Jahre, dann bist du auch davon betroffen. Nämlich dann, wenn die Pubertät wie ein Taifun über meine Kinder wirbeln wird. Sieht es im Moment auch so aus, als hätte ich noch Jahre Zeit, weiß ich doch, daß eben diese Jahre unaufhaltsam vorbeigehen, und zwar schneller als mir lieb ist. Geschlechtsreife, sexuell pubertierende Kinder? Ahhhh, ich kriege die Krise. Nein ich denke nicht darüber nach. Bin ganz cool und locker und lese weiter. Nämlich, so steht es in dem besagten Artikel, ist die Pubertät heutzutage eine Überförderung für jeden Jugendlichen (war das nicht schon immer so?). Und weiter: "Jugendliche können sich nicht mehr spielerisch auf Sex einlassen, sondern orientieren sich an den ausnahmslos erfolgreichen Vorlagen, die sie in den Medien sehen."
Moment mal welche VORLAGEN? Und was heisst hier, sich spielerisch auf Sex einlassen? Wie kann man sich das denn vorstellen? Am besten gar nicht. Noch nicht. Hatte ich mir vorher in Gesprächen mit Freundinnen noch meine Sorge ums Komasaufen, Rauchen oder gar Drogenkonsum zum Ausdruck gebracht, möchte ich jetzt nicht auch noch das Thema spielerischen Sex ohne erfolgreichen Vorlagen zur Sprache bringen. Ich werde dies in ca. 6 - 8 Jahren aufgreifen, wenn Kisspeptin wie der Blitz bei meinem Sohn einschlägt. Bis dahin werden sich meine Kinder spielerisch mit Lego, Playmobil, Hotwheels, Barbiepuppen und Bausteinen einlassen und sich ausnahmslos an erfolgreiche Mal- und Bastelvorlagen orientieren.

von booby
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Dienstag, 12. august 2008 2 12 /08 /2008 22:44

Schon als ich aufgestanden bin, wusste ich, dass der heutige Tag solala verlaufen würde. Mein Kopf brummte als hätte ich 10 Caipis getrunken (hätte ich es doch nur gemacht), mein Nacken schmerzte, die Kinder jammerten und ich konnte kaum aus den Augen gucken. Die Anzeichen des Alters gehen halt auch an mir nicht spurlos vorüber. Ist ja klar, dass mein Schlafdefizit sich irgenwann bemerkbar machen muss.

Es kam wie es kommen musste. Mein Sohn wollte nicht aufstehen, die Kleine brummte und schrie, Chaos perfekt. Wir kamen zu spät in den Kindergarten. Zurück nach Hause, wo mein Vater auf mich wartete. Flug für meine Eltern buchen, Wäsche waschen, Wäsche vom Vortag abhängen, meine Kleine wickeln und mit ihr spielen, Essen kochen, einen Artikel posten, schnell saugen und schon wieder ab in den KIGA meinen Sohn abholen. Mein Kopf dröhnt immer mehr. Das Wetter ist nicht unbedingt sehr hilfreich im Moment - es schüttet ohne Ende.

Mein Sohn hat es sich in den Kopf gesetzt unbedingt noch Brombeeren zu pflücken. Der Regen hat nachgelassen, es ist kurz nach halb eins. Warum nicht, denke ich, frische Luft tut bestimmt meinem Kopf gut und den Kindern auch. Parke, steigen aus, pflücken - mein Sohn tritt in den fettesten Haufen Hundekot den es gibt. Scheisse, denke ich, so kann ich ihn nicht ins Auto lassen. Als fürsorgliche Mutter hat man natürlich immer ein paar Ersatzschuhe im Kofferraum. Gummistiefel mit Hundekot ausziehen, Ersatzschuhe anziehen. Mein Sohn muss mit den verschissenen Gummistiefeln in der Hand die restlichen 200 m nach Hause laufen, ich fahre langsam nebenher. Ist ja Gott sei Dank nur eine verkehrsberuhigte Zone im Wohngebiet. Ich parke im Hof und komme auf die glorreiche Idee, die Schuhe in eine der 100 Pfützen zu versenken. Es stinkt - gewaltig. Die Pfütze wird dreckig - mir wird übel. Glaubt mir, es ist schon ein Unterschied die Windeln vom eigenen Kind zu wechseln oder Hundemist (nasser, stinkiger Hundemist) von Schuhen runterzubekommen. Es hilft nichts, die "Scheiße" sitzt in den Rillen der Gummisohle fest. Also rein, meine Nachbarin und Freundin läuft an mir vorbei, rümpft die Nase und meint: "Gleich wegschmeissen, die Dinger". Als wenn ich mir das im Moment leisten könnte. Ab ins Bad, Dusche an....was dann folgt überlasse ich Eurer Fantasie. Endlich sind die Schuhe sauber, die Wanne sauber und desinfiziert. Mein Magen aber rebelliert immens und mein Kopf explodiert gleich. Die Kinder wollen nicht Essen - sondern spielen. Alles gute Zureden hilft nichts. Ok, dann eben später. Meine Tochter wirft ein Glas Wasser um, direkt danach die Apfelschorle von ihrem Bruder. Keine halbe Stunde später landet der Kakao auf den Teppich und wickeln lassen möchte sie sich auch nicht. Mein Sohn spielt in der Zeit den Alleinunterhalter - mit einem Fußball natürlich - und - rumms - tschüss Pflanze. Ich gebe auf, kann nicht mehr. Muss zur Apotheke. UNBDINGT. Nur - es regnet und die Kinder wollen nicht raus. Also warte ich bis mein Mann kommt. Will die Kinder bei ihm lassen - die wollen plötzlich RAUS. Wir teilen uns auf. Sohn und Papa bleiben zu Hause und spielen, Mama und Tochter gehen in die Apotheke. Endlich, Tabletten, schnell noch zur Post und zurück nach Hause. Mich trifft der Schlag - Kinderzimmer = kriegsschauplatz. Egal. Wird morgen aufgeräumt. Noch schnell die Wäsche vom Vormittag aufhängen, Tisch decken, Essen. Mein Sohn will Müsli (ich platze gleich), meine Tochter will gar nichts. Auch gut - ist sie heute eben auf Diät. Ich muss nämlich - trotz übelster Kopfschmerzen - Fußball gucken. Real Madrid - Eintracht Frankfurt. Ist zwar nur ein Freundschaftsspiel, aber es wurmt mich trotzdem, dass wir (Madrid) nur 1:1 gespielt haben. Ich versuche es sportlich zu nehmen. Bin ja auch in Frankfurt zu Hause, also was soll`s. Freut man sich für die Eintracht. Trotzdem Blamage für die "Königsblauen". Schau nach dem Spiel noch schnell in meinen Blog-Rank und........ahhhhhhhhhhhh........mein Ranking ist weg. Von 3 auf 0!! Wie das? War heute morgen noch nicht der Fall. Da stand eine 3. Ok, ok, habe die letzten 3 Tage nichts geschrieben. Aber das mit dem Ranking...ja mal ehrlich...es wurde zur Sucht. Und dabei geht es mir gar nicht um diese Werbeeinnahmen. Ehrlich gesagt weiss ich nicht einmal wieviel man da verdienen kann, aber so viel wird es schon nicht sein. Ich fand es plötzlich nur genial, dass jemand meine Artikel liest und habe die Statistiken verschlungen - täglich. DAS, liebe Mitblogger, Leser und Freunde, nehme ich nicht mehr sportlich. Ich kämpfe um mein Ranking. Will die 3 wieder zurück und natürlich Höher hinaus. Deswegen sitze ich noch hier, mit Kopfschmerzen, die mein Verstand vernebeln, einem Nacken, den ich kaum noch bewegen kann und Magenschmerzen, die mich heute nacht umbringen könnten.

Wünsche Euch allen eine gute Nacht

von booby - veröffentlicht in: Alltag
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Dienstag, 12. august 2008 2 12 /08 /2008 11:42

linkMein Mann sagt immer, es passiert nichts ohne Grund. Dies hat mich die letzten 1 1/2 Jahre oft davor bewahrt meine Fassung zu verlieren, tief durchzuatmen und nicht gleich zu explodieren. Als mein Chef mir im Februar 2007 einen neuen Vertrag vorlegte, den ich unterschreiben sollte, habe ich mich geweigert. Mit dem Erfolg, dass ich seit dem Tag zwar in Elternzeit bin, jedoch ohne Beschäftigung. Was dann folgte ( Arbeitsgericht, Ärger mit dem Arbeitsamt, finanzielle Sorgen, etc...) hat mich manchmal erdrückt. Sehr sogar. Und bis heute sind die Sorgen nicht weniger geworden, im Gegenteil. Aber, wie gesagt.....es passiert nichts ohne Grund!

Das positive an dieser ganzen Geschichte: Ich hatte endlich die Zeit mich intensiv mit meinem Sohn zu beschäftigen. Er ging seit Februar 2006 in den Kindergarten (also ziemlich genau 1 Jahr als ich "beschäftigungslos" wurde) und kam mit jedem Tag der verging schlechter im Kindergarten zurecht. Jeden morgen spielte sich das gleich Drama ab: er weigerte sich aufzustehen, wollte nicht frühstücken, sich nicht anziehen (lassen), nicht waschen, schrie, warf sich auf den Boden und wurde manchmal handgreiflich. Kurzum: er machte alles mögliche um tatsächlich nicht in den Kindergarten zu müssen. Natürlich blieb ich standhaft (ich musste ja arbeiten) und es gelang mir immer nach ewigen Diskussionen, nervenaufreibenden Hin und Her, ihn endlich aus dem Haus zu bekommen. Natürlich kamen wir immer zu spät in den Kindergarten. Dort erst einmal angekommen ging es dann richtig los. Geschrei, Gebrüll, Festklammern....er ließ nichts aus. Ich ging, fühlte mich mies, hatte immer ein schlechtes Gewissen, zweifelte an mir selbst. Betitelte mich manchmal selbst als Rabenmutter. Gespräche mit ihm und den Erzieherinnen führten zu nichts. Ich kam nicht dahinter was mit ihm los sein könnte. Aber es konnte doch nicht normal sein, das ein Kind sich ein Jahr lang nicht wohl fühlt und NIE Freude im Kindergarten hatte! Ich las ihm Bücher über Kindergärten vor, verabredete mich mit Freunden. Umso mehr ich mich bemühte, desto mehr klammerte er. Mir war klar, das dies auf Dauer so nicht weitergehen konnte. Doch ich hatte weder die Zeit noch die Nerven (da war ja auch noch meine Tochter, die auf die Welt kam bevor mein Sohn in den Kindergarten kam) mich INTENSIV darum zu kümmern. Und somit tröstete ich mich mit den Worten, dass dies eine Phase sei, die ja irgendwann vorbei sein müsste, und dann würde alles besser werden.

Am 01.03.2007 musste ich mein Laptop und einige Sachen im Geschäft abgeben. Ich ließ meine kleine Tochter an diesem Tag bei meinen Eltern und beschloß, meinen Sohn mitzunehmen und ihn nicht im KiGa abzugeben. Nachdem ich im Geschäft alles erledigt hatte, ging ich mit meinem Sohn Eis essen. Er genoß offensichtlich, daß die Mama alleine mit ihm war, Zeit hatte mit ihm zu reden, mich mit ihm beschäftigte. Wen wunderts ich stand ja auch nicht unter Zeitdruck. Wir waren den ganzen Nachmittag unterwegs und irgendwann an diesem Tag rückte er endlich mit der Sprache raus: er wurde gehänselt. Die Kinder lachten über ihn und er fühlte sich nicht verstanden. Mir wurde mit einem Schlag bewusst, mein Kind hat durch seine Sprechweise einen riesen Minderwertigkeitskomplex, der im Kindergarten erst richtig zum Problem wurde. Natürlich war mir vorher schon aufgefallen, dass er mich immer schickte, wenn er was haben wollte. "Mama, fragst du bitte, ob ich mitspielen darf?" Wenn ich mich weigerte und ihm sagte er solle doch selber fragen, kam nichts. Er zog es vor alleine zu spielen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Tatsächlich dachte ich immer, mein Sohn sei schüchtern und traue sich nicht. Dass er aber, bedingt durch seine Aussprache, schüchtern war und sich immer weniger zutraute, der Gedanke kam mir nicht - zumindest nicht direkt. Klar hatte ich schon mal die Erzieherinnen und auch die Kinderärztin auf seine Aussprache angesprochen. Als Mutter fiel mir doch auf, dass er nicht so deutlich sprach wie andere Kinder in seinem Alter. Es wurde mir aber immer wieder versichert, dass es mit 3 Jahren durchaus normal ist. Mittlerweile war er aber ja 4 Jahre alt. Also ging ich wieder im mit ihm zum Kinderarzt. Ich berichtete der Ärztin, was er mir gesagt hatte und sie erzählte mir wiederum, dass er eigentlich seine Aussprache nicht sooo schlimm fände. Wenn er jedoch damit so ein Problem hätte, sollten wir unbedingt gegen steuern. Sie machte mit ihm einen Sprachtest mit dem Ergebnis, dass er tatsächlich einen Sprachfehler hatte. Sein Problem waren wohl die Konsonanten. Im spanischen war dies selten bis gar nicht der Fall. In der deutschen Sprache jedoch offensichtlich. Mit dem Sprachergebnis und bewaffnet mit Telefonnummern von Logopäden gingen wir nach Hause. Ich schöpfte sofort neue Hoffnung, meinem Sohn würde es bestimmt bald besser gehen - seelisch. Und unterrichtete auch die Erzieherinnen von dem neuen Kenntnisstand. Diese empfanden seine Aussprache auch nicht als sooo schlimm, wenn sie jedoch auch zugaben, ihn teilweise so gar nicht verstehen zu können. Ich bemerkte, dass mein Sohn umso schlechter sprach, wenn er aufgeregt war. Nichts war mehr fließend, er verhaspelte sich, wiederholte ein Wort mehrmals.

Es war eine noch grössere Herausforderung eine Logopädin zu finden, die ein 4-jähriges Kind therapieren wollte oder konnte. Immer wieder wurde ich von den Spezialisten mit den gleichen Sätzen abgespeist (so zumindest kam es mir vor). Bis zur Einschulung warten, er wäre noch jung, das könnte sich ja noch ändern....etc, etc. Bei den meisten Praxen liess ich ihn auf Warteliste setzen. Endlich, im Mai 2007, rief eine noch junge Logopädin mich zurück und fragte gezielt nach dem Problem meines Sohnes. Als sie erfuhr, dass er Komplexe hat, war sie sofort bereit ihn aufzunehmen. Im Juni bekamen wir den ersten Termin und sie stellte fest, dass er inkonsequent ist in seiner Aussprache. Da dies wohl eher selten vorkommt, wird es auch oft nicht als Sprachfehler gedeutet - zumindest nicht von uns Laien. Eher typisch und somit auch klar erkennbar sind stottern, lispeln. Um es kurz zu machen - wir hatten einen riesen Glück mit dieser Logopädin. Der guten Frau Leu haben wir so viel zu verdanken. Nach gut 2 Monaten war das Problem Kindergarten gelöst. Mein Sohn stand morgens auf, ging plötzlich gerne in den Kindergarten und hatte viele Freunde. Auch wenn er dennoch klammerte, wenn ich ihn dort hin brachte, so gab es kein Geschrei mehr, kein Gebrüll. Die Erzieherinnen selbst waren von der Verwandlung verblüfft. Mein Sohn ist heute noch bei Frau Leu in Sprachtherapie. Diese wird im Moment umgestellt und ich habe mittlerweile ein sehr gutes Gefühl für seine Einschulung nächstes Jahr. Und wißt ihr was? Jetzt bekomme ich Anrufe von den Logopäden, bei denen ich meinen Sohn auf Warteliste setzen ließ. Jetzt meinen sie, er hätte das Alter, wo sie mit der Therapie beginnen können. Jetzt braucht er sie Gott sei Dank nicht mehr.

Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass ein anderes Kind wirklich erst kurz vor Einschulung mit einer Sprachtherapie anfängt. Ein guter Schulanfang wird damit von Anfang an verbaut. Die Chancen in der Schule mitzukommen werden nicht gerade gut sein. Ganz zu schweigen von einer Schreib- und Leseschwäche, die durchaus daraus resultieren kann, dass ein Kind nicht rechtzeitig therapiert wurde.

In diesem Sinne, kann ich schon dankbar sein, dass mir das mit meinem Arbeitgeber widerfahren ist. Wäre mir dies nicht passiert, hätte ich vermutlich sehr viel später gemerkt WAS für ein Problem mein Sohn hat und hätte dementsprechend erst später, wahrscheinlich zu spät, reagiert.


Hier ein schöner Link zu dem Thema http://www.presseportal.de/pm/54874

von booby - veröffentlicht in: Kinder
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Freitag, 8. august 2008 5 08 /08 /2008 23:48

Etwas mehr als ein Jahr dürfte es her sein, als mein Sohn mir zum ersten Mal die Frage stellte, was er für ein Landsmann wäre. Ich habe die Frage irgendwann erwartet, nur nicht gerade in seinem Alter und zu diesem Zeitpunkt. "Mami, alle meine dunklen Freunde sind nicht deutsch", sagte er. "Wo komme ich denn her?"
"Aus Deutschland".
"Und meine Freunde?"
"Auch aus Deutschland."
"Ja, aber Mami, die reden eine andere Sprache, nicht nur deutsch. So wie ich."
Hm, wie soll man einem 4-jährigem Kind erklären, dass er Deutscher ist, obwohl seine Eltern es nicht sind und seine Muttersprache eben nicht die deutsche Sprache ist? Gar nicht. Es würde das Kind wohl eher überfordern. Meine Kinder sind Weltbürger!

Ich konnte es ja selbst kaum glauben, als ich kurz nach der Geburt meines Sohnes vor 5 Jahren ein Schreiben vom Standesamt erhielt, in dem stand: Es freut uns Ihnen mitteilen zu können, dass ihr Kind die deutsche Staatsbürgerschaft hat." WAS???? Ich traute meinen Augen kaum, als ich weiterhin las: "Ihr Kind wird somit vor den deutschen Behörden und Ämtern als solcher bevorzugt behandelt." Wollen die mich verar...en? Sorry!! Mag sein, dass ich damals etwas überreagiert habe, als ich beim Standesamt anrief und meinen Unmut über den Brief verlauten ließ. Die Dame am anderen Ende der Leitung konnte meine Aufregung so gar nicht verstehen und fragte mich, was ich gegen die deutsche Staatsbürgerschaft hätte. Mein Sohn hätte doch nur Vorteile damit! Ach ja? Welche denn? Unverschämt. Seitdem sind meine Kinder eben Kosmopoliten oder eben Weltbürger.

Hinzufügen muss ich, zum besseren Verständnis, dass ich  Spanierin bin, mein Mann ist Kubaner und meine Kinder haben beide die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburtsrecht erworben. Man nennt dies wohl gesetzlicher Automatismus (was eine Wortwahl), und Kinder ausländischer Eltern, die länger als 8 Jahre ihren Aufenthalt in Deutschland haben und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzen, erhalten also automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Hinzu kommt bei meinen Kindern die spanische Staatsbürgerschaft. Diese erhalten sie ebenfalls automatisch, wenn ein Elternteil spanischer Nationalität ist. Auf die Staatsbürgerschaft des Vaters jedoch haben wir wohlweislich verzichtet. Das bedeutet also, sie haben eine Mehrstaatigkeit. Für mich ganz klar: KOSMOPOLITEN (Ein Kosmopolit bzw. Cosmopolit (v.
griech.: kósmos = Welt + polítes = Bürger) ist ein Mensch, der seine Identität stärker mit seiner Zugehörigkeit zur Menschheit verbindet als etwa mit seiner sozialen Klasse oder – insbesondere in der Moderne – mit seiner Nationalität). Oder eben Weltbürger. Mit diesem Wort kann ich mich eben leichter identifizieren, denn meine Kinder werden nun mal "international" erzogen.

Nun werde ich oft nach der Nationalität meiner Kinder gefragt. Natürlich wird die Neugierde meiner lieben Mitmenschen geweckt, da ich (käseweiss) mit 2 dunkelhäutigen Kindern rumlaufe, die mich auch noch Mama nennen. Es ist keine Vermutung, sondern eine Tatsache, dass einige denken, die Kinder seien adoptiert. Nur traut sich niemand direkt danach zu Fragen, sondern erhoffen sich mit der Frage nach der Nationalität oder dem Herkunftsland eine befriedigende Antwort zu bekommen. Meine Antwort ist immer ganz klar: kosmopolitisch. Mittlerweile finde ich es ganz amüsant, wie mein Gegenüber immer die Augen aufreißt. Manchmal kommt doch tatsächlich die Frage was das denn für ein Land sei. (Lach). Oft jedoch wird meine Antwort auch  mit "hm, ah ja" kommentiert.

Ehrlich gesagt, ist mir aber das Thema deutsche Staatsangehörigkeit vor kurzem wieder hochgekommen. Als ich nämlich vor 2 Wochen ein Schreiben bekam, von unserem Servicecenter ProArbeit (=ALGII). Leider bin ich bzw. wir momentan in einer Situation in der ich mich gezwungen sehe erstmals einen Neuantrag einzureichen. Ich erhielt daraufhin schriftlich einen Ablehnungsbescheid, mit der Begründung der AUFENTHALTSTATUS meiner Kinder sei nicht geklärt. What the f...?? Oder auf deutsch...was zur Hölle? Natürlich bin ich sofort zum Service-Center und die arme Mitarbeiterin am Empfang hat es volle Granate abgekriegt. Sie sich entschuldigt, wahrscheinlich wüsste die Kollegin nichts von dem Gesetz (ok, ok, aber wie schult ihr denn eure Mitarbeiter?). Als sie mich erneut nach der Nationalität meiner Kinder fragte, sagte ich: "Weltbürger. Obama ist auch einer. Und der ist auch Schwarz und schafft es evtl. sogar ins Weiße Haus." Daraufhin sie:"Ein Weltbüger ins Weiße Haus? Das halte ich für ausgeschlossen, muss der nicht US-Staatsbürger sein?" Ich geb's auf. Kläre sie auf, meine Kinder seien DEUTSCHE und auch wenn sie es nie bis ins Weiße Haus schaffen werden (Danke Gott), sind sie dennoch KOSMOPOLITSCH und hoffentlich nie weltfremd.

von booby - veröffentlicht in: Alltag
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